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Oligoarthritis Typ I und Typ II
Eine Oligoarthritis (nur wenige Gelenke betroffen) verläuft insgesamt günstiger als eine
Polyarthritis (viele Gelenke betroffen). Bei der Oligoarthritis unterscheiden wir zwei Verlaufformen. Der frühkindliche Typ tritt schon beim Kleinkind vor der Schulzeit auf.
Mädchen erkranken wesentlich häufiger als Jungen. Die zweite oligoarthritische Verlaufsform beginnt erst nach dem achten bis zehnten Lebensjahr und betrifft in erster
Linie Jungen. Sie geht oft mit Fersenschmerz einher; im weiteren Verlauf werden häufig die Gelenke zwischen Kreuzbein und Becken befallen (Sacroiliitis). Auch auf die
Wirbelsäule können die Entzündungsprozesse übergreifen.
Polyarthritis Rheumafaktor-positiv
Von „poly – viel“ und Arthritis – Gelenkentzündung. Eine Polyarthritis liegt vor, wenn
mindestens 5 Gelenke betroffen sind. In diesem Sinne spricht man von der Polyarthritis als Kategorie der juvenilen idiopathischen Arthritis, wenn innerhalb der ersten sechs Erkrankungsmonate fünf Gelenke oder mehr
betroffen sind. Sind zusätzlich Rheumafaktoren im Blut nachweisbar, so handelt es sich um eine Rheumafaktor- (RF-)-positive Polyarthritis (ca. 5% der JIA-Fälle) -
Polyarthritis Rheumafaktor-negativ
werden keine Rheumafaktoren gefunden, so handelt es sich um eine RF-negative Polyarthritis. Bei Kindern und Jugendlichen ist die RF-negative Form
viel häufiger (ca. 30% der JIA) als die RF-positive Form (ca. 5% der JIA-Fälle).
Die juvenile idiopathische Arthritis
Die juvenile idiopathische Arthritis ist die häufigste chronische,
entzündlich-rheumatische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Sie liegt dann vor, wenn das Kind/der bzw. die Jugendliche eine Gelenkentzündung („Arthritis“) von mindestens 6 Wochen Dauer aufweist und man auch bei
intensiver Diagnostik keine andere Ursache für die Arthritis, z.B. eine Infektion, feststellen kann. Andere Bezeichnungen für dieselbe Erkrankung sind „juvenile chronische Arthritis“ oder „juvenile rheumatoide
Arthritis“. – In diesem Zusammenhang meint „juvenil“ ’Krankheitsbeginn vor Vollendung des 16. Lebensjahres’, „idiopathisch“ meint ’unbekannte Ursache’.
Psoriasisarthritis
Kategorie der juvenilen idiopathischen Arthritis, die dann vorliegt, wenn die Betroffenen nicht nur eine Arthritis aufweisen, sondern
zusätzlich die Hautkrankheit Psoriasis (Schuppenflechte). Auch dann spricht man von juveniler Psoriasisarthritis, wenn zwar neben der Arthritis keine Psoriasis vorliegt, aber ein Verwandter 1. Grades eine
Schuppenflechte hat und beim Patienten Psoriasis-typische Finger- oder Zehennagelveränderungen gefunden werden.
Enthesitis-assoziierte Arthritis
Kategorie der juvenilen idiopathischen Arthritis, die dann vorliegt, wenn die Betroffenen nicht nur eine Arthritis aufweisen,
sondern zusätzlich eine Enthesitis. „Enthesitis“ bedeutet Entzündung des Sehnenansatzes. Das ist die Stelle, an der die aus dem Muskel kommende Sehne in den Knochen „einstrahlt“. Eine typische Stelle ist die
Ansatzstelle der Achillessehne an der Ferse. Ist diese Stelle entzündet, so entstehen die für die Enthesitis-assoziierte Arthritis typischen Fersenschmerzen. Kinder und Jugendliche, die neben einer Arthritis
auch eine Enthesitis, also eine Enthesitis-assoziierte Arthritis aufweisen, sind häufig HLA-B27-positiv.
Iridozyklitis (Uveitis)
Bei einer Iridozyklitis sind die Iris
(=Regenbogenhaut) und der Ziliarkörper entzündet. Der Begriff „rheumatische“ Iridozyklitis bzw. Uveitis weist daraufhin, dass sie im Rahmen einer rheumatischen Grunderkrankung auftritt. Man unterscheidet eine
chronische symptomarme Form, die in länger dauernden Schüben verläuft von einer akuten Form, die mit Rötung, Schmerz, Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit einhergeht. Deshalb sind bei Kindern mit rheumatischen
Erkrankungen vorsorgliche Spaltlampenuntersuchungen dringend erforderlich.
Systemische juvenile idiopathische Arthritis (Still-Syndrom)
Bei der systemischen juvenilen idiopathischen Arthritis (Still-Syndrom nach Frederic
Still –> englischer Rheumatologe, der diese Erkrankung erstmals beschrieben hat) werden innerhalb der ersten 6 Erkrankungsmonate nicht nur Gelenkentzündungen (Arthritis), sondern auch hohes Fieber bis über 40
Grad über mindestens 14 Tage sowie ein rötlicher, flüchtiger Hautausschlag gefunden. „Flüchtig“ in diesem Zusammenhang bedeutet, daß der Hautausschlag schnell, z.B. nach wenigen Stunden, wieder verschwindet. Weitere
mögliche Symptome: Lymphknotenschwellungen, Herzbeutelentzündung, Leber- und Milzvergrößerung.
Kollagenosen
Kollagenosen sind entzündlich-rheumatische Erkrankungen, die nicht nur die Gelenke,
sondern auch Haut, Schleimhaut, innere Organe und die Muskulatur betreffen können. Zu den Kollagenosen gehören der systemische Lupus erythematodes, die Dermatomyositis, die Sklerodermie, die Mischkollagenosen und
die undifferenzierten Kollagenosen. Die Kollagenosen sind im Kindes- und Jugendalter viel seltener als die juvenile idiopathische Arthritis.
systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Der SLE ist die bekannteste und häufigste Kollagenose. Typisch ist eine Rötung im Wangen- und Nasenbereich, das sogenannte
Schmetterlingserythem. Hautausschläge können aber auch in anderen Bereichen auftreten, an der Mundschleimhaut kann es zu Aphthenbildung kommen. Wichtig sind zudem die mögliche Beteiligung der Nieren und des Gehirns.
Dermatomyositis
Die Dermatomyositis gehört zu den Kollagenosen. Wie aus dem Namen bereits hervorgeht , besteht die Hauptsymptomatik in einer Entzündung der Haut
(derma – Haut, Dermatitis – Hautentzündung) und der Muskulatur (myo – Muskel, Myositis – Muskelentzündung). Die Myositis macht sich in Muskelschmerzen und Muskelschwäche bemerkbar.
Sklerodermie
Die Sklerodermie gehört zu den Kollegenosen und ist durch eine Hautverhärtung (skleros – hart; derma – Haut) gekennzeichnet, die den Betroffenen
ein charakteristisches Aussehen gibt. Ist nur die Haut betroffen, so spricht man von lokalisierter oder zirkumskripter Sklerodermie. Werden auch innere Organe in den Krankheitsprozeß einbezogen, so handelt es sich
um eine systemische Sklerodermie. Im Kindesalter ist die systemische Sklerodermie sehr selten, während die lokalisierte Form etwas häufiger gefunden wird.
Vaskulitis
Das
lateinische Wort Vasculum bedeutet „kleines Gefäß“. Gemeint sind hier die Blutgefäße: „Vaskulitis“ heißt „Blutgefäßentzündung“. Dabei spielen sich Entzündungsvorgänge in der Wand der Blutgefäße ab, die dadurch
geschädigt werden kann. Als Folge davon kann es zu Störungen des Blutflusses in den betroffenen Blutgefäßen kommen, also zu Durchblutungsstörungen, aber auch zu Blutungen aus der geschädigten Blutgefäßwand. Je
nachdem, welche Blutgefäße in welchem Ausmaß betroffen sind (z.B. die Blutgefäße einzelner Hautbereiche oder des Darmes oder der Nieren), können ganz unterschiedliche Symptome auftreten wie Hautausschläge,
Bauchschmerzen oder roter Urin.

Quelle: www.rheuma-kinderklinik.de
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